„Qigong ist mehr als 2000 Jahre alt.“ Das stimmt, denn die ältesten Funde – ein Seidentuch mit Zeichnungen von Menschen in verschiedenen Übungspositionen – stammt aus dem 2. Jhdt. v. u. Z. Das stimmt aber auch nicht, denn den Begriff Qigong gibt es erst seit den 50er-Jahren des 20. Jhdts. Davor verwendete man unterschiedliche Begriffe (Daoyin, Neidan, Xingqi, Yangsheng), die das beschrieben haben (und teilweise noch heute benennen), was wir unter Qigong zusammenfassen.
Was macht Qigong aus?
Qigong ist eine Methode der Selbstkultivierung in deren Zentrum „Qi“ steht. Qi wiederum ist ein zentrales Konzept der traditionellen chinesischen Weltsicht, das in der Medizin ebenso von Bedeutung ist wie in der Kunst, der Philosophie, den Kampfkünsten, dem Fengshui.
Wie viele chinesische Begriffe hat das Wort (das Schriftzeichen) ein ganzes Spektrum an Bedeutungen. Je nach Kontext kann es mit unterschiedlichen europäischen Begriffen übersetzt werden: Atem, Luft, Dampf, lebensspendendes Prinzip sind einige der möglichen Übersetzungen, je nach Zusammenhang.
Im Qigong, wie auch in der TCM wird Qi oft mit „Lebensenergie“, „Vitalkraft“ wiedergegeben, oft auch einfach als „Energie“ bezeichnet. Ich verwende den chinesischen Begriff Qi, um die Bedeutung nicht zu sehr einzuengen.
Qi durchströmt als belebendes Prinzip alles Lebendige, ja den gesamten Kosmos. Im Qi“gong“ arbeiten wir mit Qi, üben intensiv, beschäftigen uns damit, kultivieren es.
Was unterscheidet Qigong von anderen Körper-, Atem- oder Konzentrationsübungen?
Der Unterschied ist der, dass es kein „oder“ gibt: Körper, Atmung, Emotionen, geistige Aspekte bilden eine untrennbare Einheit. Sie alle wirken zusammen. Das Ziel ist, dass Qi frei fließen kann, in ausreichender Menge und guter Qualität den Körper durchströmt und den Geist nährt.
Das, was wir heute als Qigong-Übungen kennen, hat verschiedene Ursprünge. Es gibt eine große Zahl teils sehr unterschiedlicher Übungssysteme. Die von mir unterrichteten Systeme findest du in meinem Angebot
